Freitag, 15. Mai 2015

Rundschau 02/2015

Jetzt online - die neue Rundschau. Aus dem Inhalt:
  
> Entscheidungsfindung
> Strahlenbelastung
> Schöne neue Kabinenwelt
> Remote Tower
> Renovation des AEROPERS-Hauses
> SwissALPA – Cross-check

 Hier gehts zum Download.

Donnerstag, 7. Mai 2015

Mode S

Speedcontrol - ein Dauerbrenner bei uns in Zürich. Damit wir die allseits geforderten Kapazitäten anbieten können, arbeiten wir konsequent mit Speedcontrol, denn sonst würde es nie und nimmer klappen mit den Minimumabständen auf der ILS. Und damit es auch bis zum Schluss wirklich aufgeht, sind wir darauf angewiesen, dass die Fliegerjungs und -mädels unsere Geschwindigkeitsvorgaben genau einhalten. Ein paar Knoten mehr oder weniger als instruiert liegen im Bereich des Endanflugs eigentlich nicht mehr drin - denn sonst gibt es im dümmsten Fall einen Go Around für die Hintermänner. Und trotzdem kommt es praktisch täglich vor, dass irgend einer bremst, ohne was zu sagen.

Früher konnten wir ein solches Verhalten nur an der Groundspeed erkennen, was dann jeweils zur netten Frage "confirm your speed?" führte. Heutzutage können wir den Piloten quasi mittels Radar über die Schultern schauen - Mode S sei Dank! Doch was genau sehen wir eigentlich alles? Und was machen wir mit diesen sogenannten Downlinked Aircraft Parameters (DAP)?




Ein Blick auf das Bild zeigt, welche DAPs wir einblenden können. Bezüglich MSID (Flight ID), Selected Altitude und QNH sehen wir das, was die Piloten manuell eingeben. Bei der Selected Altitude haben wir allerdings keine Anzeige, ob diese armiert (selected) oder nur vorgewählt (set) ist. Bei gewissen Flugzeugtypen wird auch oberhalb des Transition Levels das vor dem Start eingestellte QNH anstelle des Standardwerts übermittelt. Der Wind wird von unserem System errechnet und stimmt nicht unbedingt mit der Anzeige im Cockpit überein, vor allem im Kurvenflug und bei wenig Wind kommt es zu Abweichungen. Bei den restlichen Parametern sehen wir genau das, was das Flugzeug aktuell fliegt. Eigenmächtiges Bremsen bleibt uns also nicht mehr verborgen - sogar Lieblingspiloten können jetzt dabei erwischt werden, wenn sie glauben, sie könnten einfach bremsen ohne was zu sagen...

DAPs sind kein Ersatz für Readbacks. Wir verwenden DAPs, um unsere Situational Awareness zu erhöhen. Ebenso können wir in gewissen Fällen auf einzelne Funksprüche verzichten. Anstatt beispielsweise ein Heading am Funk zuerst zu erfragen, können wir dieses direkt ablesen, um danach eine entsprechende Anweisung zu erteilen. Dennoch ist der Gebrauch von DAPs nicht zwingend vorgeschrieben, und es ist dem einzelnen Lotsen überlassen, welche DAPs er in welchem Masse einblenden und einsetzen will.