Mittwoch, 31. Dezember 2014

Jahreswechsel

Ja, ich weiss - (zu) lange nicht mehr richtig gebloggt... Viel ist gelaufen in den letzten paar Wochen, manchmal selbst für meinen Geschmack fast ein wenig zu viel...

(still) tallest building in the world...
Da war zum Beispiel Ende Oktober unser Kurztrip in den Wüstensand. Wie ich im Frühling an dieser Stelle geschrieben habe, durften wir auf unserer Rückreise von Down Under drei Schweizer kennen lernen, die ihre Brötchen in eben diesem Wüstensand verdienen. Diese Bekanntschaft hat nun dazu geführt, dass wir jetzt in Dubai sozusagen noch eine (respektive sogar gleich zwei) Bleiben haben, die wir - wann immer es Platz hat und es uns beliebt - nach Herzenslust benutzen dürfen. Und da man uns solch ein Angebot nicht mehrmals unterbreiten muss, haben wir im Herbst die Gelegenheit ergriffen und unseren neuen Freunden kurzerhand einen Besuch abgestattet. Die Bilder, die wir von dort mitgebracht haben, machen Lust auf mehr - Achtung ihr lieben Freunde, wir werden garantiert wieder kommen, vermutlich bereits im 2015 :-)

grandiose Aussicht aus 452 Metern Höhe

Anfangs Dezember durfte ich einen unserer TWR-Trainees kurzfristig für einen einzelnen Tag im Live-Training übernehmen. Was im Briefing noch nach einem ereignislosen Nachmittag aussah, wurde in Tat und Wahrheit eine ganz spannende Angelegenheit. Kaum angekommen in der TWR-Kanzel hiess es seitens Supervisor "freut euch, ihr dürft die Position des TWR-Controllers übernehmen - wir bekommen eine diversion-to-land." Das liessen wir uns natürlich nicht zweimal sagen, schliesslich kommt man nicht alle Tage in den Genuss einer solchen Übung! Doch worum geht es dabei überhaupt? Nun, unser Militär übt immer mal wieder das Abfangen eines mehr oder minder bösen Eindringlings in den Schweizer Luftraum und begleitet ihn anschliessend zu einem Platz, wo dieser dann landen sollte. Je nach Wetter und (nicht) vorhandener Funkverbindung kommen dabei verschiedene Verfahren zum Einsatz. In unserem Fall wurde eine PC7 von zwei F18 in den Endanflug auf Piste 16 geführt. Während die PC7 wie vorgesehen auf der Piste 16 landete, machte die eine der beiden F18 einen Lowpass, um die Landung zu beobachten respektive einzugreifen, falls die PC7 versucht hätte, sich doch noch irgendwie aus dem Staub zu machen. Trainee, Ausbildnerin und auch der Rest der TWR-Crew hatten ganz viel Spass an dieser Übung - wenn vielleicht auch nicht alle aus genau den gleichen Gründen...

Ob unser Eindringling mit dieser oder einer anderen Formation zu uns
begleitet wurde, wird an dieser Stelle nicht verraten...

Mitte Dezember sahen wir uns mit einem äusserst unerfreulichen Novum konfrontiert. Ein Kollege von uns stand wegen eines schweren Vorfalls aus dem Jahre 2011 in Bülach vor Gericht. Leider wird uns diese leidige Angelegenheit auch im neuen Jahr noch weiter beschäftigen. Und obwohl es unendlich viel dazu zu sagen gäbe, beschränke ich mich hier in meiner Funktion als Vorstandsmitglied von Aerocontrol bewusst auf die folgenden zwei Aussagen:
1. Mit der Anklage des Flugverkehrsleiters wird die Sicherheit am Flughafen Zürich nicht verbessert. Mehr Sicherheit am Flughafen Zürich kann nur erzielt werden, wenn die Lärmpolitik endlich den operationellen Bedürfnissen - namentlich einem stabilen und kreuzungsfreien Betrieb am Boden und in der Luft - untergeordnet und die Komplexität der Verfahren reduziert wird. Solange die Verfahren nicht vereinfacht werden, könnte ein ähnlicher Vorfall schon morgen jedem anderen Kollegen wieder passieren.
2. Aerocontrol bedankt sich für die breite Unterstützung, die wir aus ganz Europa während dieser für uns nicht einfachen Zeit bekommen haben. Zudem möchte ich noch auf eine Medienmitteilung der Aeropers-SwissALPA vom 19.12. zum Thema der "Just Culture" verweisen, die hier zu finden ist und die ebenfalls eine sehr deutliche Sprache spricht!

Leider bloggt er nun schon seit über einem Jahr nicht mehr, und nur der Himmel weiss, warum Funkstille herrscht auf seinem Blog... Fliegen tut er aber trotzdem immer noch - und das in letzter Zeit so häufig, wie schon lange nicht mehr! Zusammen mit seinem Novemberplan liess er Eingeweihte nämlich wissen, dass er in eben diesem Monat bereits am Abend des zweiten Flugtages mehr Flüge, Starts und Landungen haben werde, als vorher in einem ganzen Monat! Tja, so geht es einem halt, wenn man ins Upgrading geht, lieber Herr Nachbar - welcome back in der Welt der Arbeiterklasse... Das grösste Weihnachtsgeschenk hat er sich dieses Jahr in Form des vierten Streifens grad selber unter das Bäumchen gelegt - auch an dieser Stelle nochmals ganz herzliche Gratulation dazu! Wer weiss, vielleicht nimmt er sich ja für das neue Jahr vor, seinem Blog endlich auch wieder ein wenig Leben einzuhauchen - ich bin mir sicher, dass nicht nur ich mich sehr darüber freuen würde!

...vorher - nachher...

Eigentlich gäbe es noch viel mehr, über das ich an dieser Stelle schreiben könnte. Da aber einiges davon nicht unbedingt in einen Blog gehört, lasse ich es bleiben. Stattdessen wünsche ich Euch allen kurz und bündig es guets Neus - und denkt dran, in 358 Tagen ist bereits wieder Weihnachten...

Kommentare:

  1. Manchmal glaube ich, ihr solltet euch ein Beispiel an den Deutschen Lokführern und Lufti-Piloten nehmen: Einfach mal für ein paar Wochen im Tower das Licht ausschalten.

    Ich denke, dann würde so manche Diskussion zum Thema Sicherheit über LSZH etwas beschleunigter abgewickelt werden.
    Auch mit deutschen Politikern, deren "Geschäftsfreunde" unannehmlichkeiten erleiden würden.

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  2. Herzlichen Dank für die Gratualtion und die "Fotomontage" B-) ...ich werde mal unsere Uniformgötter anfragen, ob das so ok wäre, wenn ich diese Namensschilder tragen würde :-) In der Hoffnung, dass ich mit einem schwarzen Plan noch zum (wieder-)bloggen komme - versprochen ist nichts.

    G!

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