Dienstag, 30. Oktober 2012

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Der Kater hat gezügelt - der Compi ist wieder mein... Höchste Zeit also, meinem Blog und der Schoggi Connection endlich wieder ein wenig Leben einzuhauchen und so vielleicht beim einen oder anderen Schoggi-Piloten den Schreibstau doch noch aufzulösen...

Null-Null-Sieben. Passend zum neuen Bond "Skyfall" bin ich gestern in meiner Statistik über diese Zahlenkombination gestolpert. Vor der Null-Null-Sieben steht aber noch eine Hundert. Unglaublich - oder etwa doch nicht?




Ein bisschen mehr als ein Jahr ist es nun her, seit ich an jenem denkwürdigen Abend gefragt wurde "Und wann beginnst du zu bloggen?" Meine Antwort "Niemals, das kann ich nicht!" war offenbar nicht ganz korrekt - obwohl, genau genommen ist es eigentlich an den Lesern und nicht an mir, dies zu beurteilen.

Viel ist passiert, seit ich den Sprung ins Blogger-Haifischbecken gewagt habe. Ich durfte Freundschaften schliessen, die ich mit ganz viel Spass hege und pflege. Die Nespresso-Liste wurde ins Leben gerufen und mit diversen Mitgliedern bestückt - auch wenn zwei von ihnen im Moment und bis auf weiteres auf der Black List parkiert werden mussten... Holding ist ne runde Sache - zumindest für einige der Fliegerjungs ;-) Und nicht zuletzt habe ich auch ein paar treue Abnehmer für meine Brownies und Weihnachtsguetsli gefunden...

Meine Vernetzung in die Pilotenwelt hinein hat sich mittlerweile weiter verfeinert und mir eine neue Mitfluggelegenheit eröffnet. Auf einige der bisherigen Optionen kann ich inzwischen leider nicht mehr wirklich zählen, da sich besagte Herren unter dem Deckmäntelchen der Instruktion je länger je mehr selber auf dem Jumpseat oder im Simulator respektive Schulzimmer verschanzen - schade, wirklich schade!

Allerdings hat der Kontakt mit den Herren Instruktoren einen äusserst spannenden Nebeneffekt. In meinem Postfach finde ich hie und da eine Fachfrage, was dazu führen kann, dass wir intern ausgiebig diskutieren. Auch wir Lotsen sind uns längst nicht immer einig, was denn nun genau weshalb wie zu verstehen und anzuwenden sei. Gewisse Formulierungen in den Büchern können durchaus für Stirnrunzeln sorgen, die Frage, was wie zu interpretieren ist, lässt sich längst nicht immer abschliessend beantworten.

Kürzlich bin ich mit einer eigentlich nicht allzu komplizierten Frage konfrontiert worden. Da ich im ersten Moment aber auch nicht 100% sicher war, habe ich diese Frage kurzerhand bei uns in den Raum gestellt. Und siehe da - klar ist eigentlich nur, dass es eben nicht wirklich klar ist und zu diesem Thema endlose Diskussionen geführt werden könnten. Wie mir der Fragende bestätigt hat, ist dieses Thema auch cockpitseitig ein Dauerbrenner und wird auf fast jeder Instruktionsrotation diskutiert, denn auch unter den Fliegerjungs gehen die Meinungen dazu offenbar auseinander.

Wie der Zufall manchmal spielt, bot sich mir kurz darauf die Gelegenheit, eben diese Frage in einem Cockpit in die Runde zu werfen. Mein neustes Mitglied auf der Nespresso-Liste hat mich auf einen Flug mitgenommen und wir haben die Gelegenheit genutzt, um uns gründlich auszutauschen. Die Antwort auf besagte Frage hat mich überrascht. Der Grund für diese Antwort hat sogar dazu geführt, dass ich bei uns intern eine Anfrage gestartet habe, auf deren Antwort ich nun gespannt warte.

Ich finde, dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass der Austausch zwischen ATC und Cockpit nicht vernachlässigt werden sollte. Sich gegenseitig über die Schulter zu schauen bietet viel mehr als nur Spass. Der fachliche Austausch ist wichtig und nötig und fördert das gegenseitige Verständnis ganz gewaltig. Da wir leider nur noch sehr begrenzt Zugang zu offiziellen Observerflügen haben, werde ich die Gelegenheit auch weiterhin nutzen und mich auf privater Basis ab und zu mal anhängen. Die Brownies-Zutaten habe ich inzwischen immer zu Hause auf Lager getreu der aviatischen Grundregel "expect the unexpected..."


Freitag, 12. Oktober 2012

Out of office


Da der Compi momentan anderweitig besetzt ist, mache ich mal eine Weile Pause...

Freitag, 5. Oktober 2012

Safety first?

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 1. Oktober 2012 

Gesetzgeber versagt bei Sicherheit von Flugpassagieren

Heute hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ihren Gesetzesentwurf für neue Flug-, Dienst- und Ruhezeitregeln (FTL) für Piloten und Flugbegleiter vorgelegt. In seiner jetzigen Form gefährdet der Vorschlag die Flugsicherheit und wird signifikante Auswirkungen für Passagiere europäischer Airlines haben.

Trotz wiederholter Aufrufe, die neuen Arbeitszeitregeln nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten, haben sich die EASA und die EU-Kommission für einen Gesetzestext entschieden, der hauptsächlich die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Airlines berücksichtigt. Dabei bleibt die Sicherheit der Passagiere auf der Strecke.

"Die EASA hebt lediglich kleine Verbesserungen hervor und lenkt davon ab, dass Piloten auch nach den neuen Regeln in einem Zustand von gefährlicher Übermüdung fliegen werden", sagt Kapitän Markus Grob, Präsident der AEROPERS-SwissALPA. "Es wird auch in Zukunft jeder einzelne Pilot für sich entscheiden müssen, ob er für einen sicheren Flug genügend ausgeruht ist", so Grob weiter.

Der Gesetzesentwurf der EASA missachtet völlig die unbestrittenen wissenschaftlichen Empfehlungen einer von EASA selbst in Auftrag gegebenen Studie. Piloten wäre es auch in Zukunft erlaubt, ein Flugzeug nach über 22 Stunden Wachzeit zu fliegen und zu landen. Der Gesetzesvorschlag erlaubt ausserdem:

- Extrem lange Wachzeiten vor der Landung, aufgrund langer Bereitschafts- und Flugdienste;

 - Nachtflüge bis zu 12 Stunden Dienstzeit, obwohl Wissenschaftler das Limit bei 10 Stunden setzen;

- Dienstpläne, welche keine Rücksicht auf den Schlaf-/Wachrhythmus nehmen (z.B. Wechsel von Früh- und Spätschichten);

 - Mehrere Tage dauernde, unbegrenzte Bereitschaftsdienste, bei denen Crews keine Schlafmöglichkeit einplanen können. 

"Ermüdung beeinträchtigt die Urteilsfähigkeit und die Reaktionszeit. Etliche Unfälle in jüngerer Zeit zeigen, dass dies im Ernstfall tödliche Folgen haben kann.", so Thomas Steffen, Pressesprecher der AEROPERS-SwissALPA. "Wir und unsere Passagiere können nicht auf einen weiteren Unfall warten. Der Gesetzgeber muss jetzt endlich aufwachen und erkennen, dass das Regelwerk mangelhaft ist. Wir brauchen jetzt Regelungen, die es erlauben, unsere Passagiere auch in Zukunft sicher und zuverlässig zu fliegen!"

AEROPERS-SwissALPA ruft gemeinsam mit allen in der European Cockpit Association (ECA) organisierten Pilotenverbänden die Institutionen der EU und der Schweiz auf, diesen unzureichenden Gesetzesvorschlag nicht zu unterstützen. Dieser muss grundlegend geändert werden, um das wichtigste Recht der Flugpassagiere zu schützen: das Recht auf einen sicheren Flug.



Donnerstag, 4. Oktober 2012

Rookie-Blogger

Einer meiner treuen Leser und fleissigen Kommentatoren wagt sich unter die Blogger. Das Bild in seinem ersten Beitrag ist schon sehr vielversprechend und lässt das Lotsinnenherz ein wenig schneller schlagen. Ich freue mich auf amüsante und fröhliche, aber auch nachdenkliche und anregende Zeilen.